Förderverein Nationalpark Eifel

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ENTWICKLUNG DES NATIONALPARKS EIFEL

     

 
 
 

Zu Beginn der Geschichte des Nationalparks Eifel stand Vogelsang im Mittelpunkt des Interesses.
In den 50er Jahren war es die Absicht der britischen Besatzungstruppen, den Truppenübungsplatz Vogelsang auszudehnen, die die umliegende Bevölkerung auf den Plan riefen.
Die insbesondere von Julius Eigner initiierten Versuche der Bevölkerung, die sich ausweitende militärische Nutzung dieses Teils der Eifel durch den Vorschlag der Einrichtung eines Nationalparks zu unterbinden, hatten indes zu der damaligen Zeit keine Chancen auf Verwirklichung.

Titelblatt Heimatkalender Kreis Schleiden 1954

 

In einem Artikel im Heimatkalender des Kreises Schleiden aus dem Jahr 1954 wurde vom Autor Julius Eigner erstmals ein Nationalpark in der Eifel - der Kermeter-Nationalpark - in das Gespräch gebracht.

(hier geht`s zum vollständigen Artikel »)


Wüstung Wollseifen

 Ein Eingang zum Übungsgelände  

Es folgten schwere Zeiten für die Gemeinden im Umkreis des Truppenübungsplatzes. Die Vertreibung der Bevölkerung aus dem Dorf Wollseifen, Schiesslärm, Militärfahrzeuge und Panzer in den Ortschaften, manchmal auch im Vorgarten, verschmutzte und demolierte Strassen und Wege sowie viele Einschränkungen lasteten vor allem in den Anfangsjahren schwer auf dem Verhältnis aller Beteiligten untereinander. 

Die folgenden Jahre brachten durch wachsendes Verständnis zwischen dem belgischen Militär, das das Gelände mittlerweile von den britischen Streitkräften übernommen hatte, und der Bevölkerung zunehmend Entspannung, Rücksichtnahme und teilweise auch Freundschaften. Nicht zuletzt die offene Haltung der belgischen Militärführung gegenüber der betroffenen Bevölkerung, z. B. durch Veranstaltungen der offenen Tür auf Vogelsang oder eine begrenzte Gewährung des Zugangs, trug zu einem sich beständig verbessernden Verhältnis bei.

  Tag der Offenen Tür auf Burg Vogelsang

Im Jahr 2001 gab das belgische Militär schließlich bekannt, mit Ablauf des Jahres 2005 den Standort Vogelsang aufzugeben. Das war die Chance für die Neuauflage der alten Nationalparkidee in der Eifel.

Volker Hoffmann als Vertreter der Naturschutzverbände in der Eifelregion und weitere Engagierte  ergriffen die Initiative und trugen die Idee dem Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (MUNLV) vor - und das mit großem Erfolg.

Auf einer nicht öffentlichen Regionalkonferenz am 6. März 2002 stellte das MUNLV zahlreichen Vertretern aus Politik, Verwaltung und Verbänden das Fachgutachten der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) vor, das die Eignung des vorgesehenen Geländes zum Nationalpark feststellte. Die Federführung des Verfahrens zur Unterschutzstellung wurde der Bezirksregierung Köln übertragen. Einzurichtende Facharbeitskreise sollten den Sachverstand aus der Region einbeziehen. Die Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW wurde zugleich für die Organisation einer großen Auftaktveranstaltung gewonnen, die die Idee in die breite Öffentlichkeit tragen sollte.


Am 8. März 2002 gründeten 348 Bürger aus der Region den Förderverein Nationalpark Eifel e.V. Der damalige Kölner Regierungspräsident Jürgen Roters wurde zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Vertreter aus verschiedenen Verbänden der unterschiedlichen Regionen und Berufsgruppen sowie paritätisch verteilt aus den durch den Nationalpark betroffenen Kreisen wurden gewonnen, um im Vorstand und als Beisitzer wichtige Impulse für die Entwicklung des Nationalparks einzubringen. Zahlreiche Bürger und Fachleute, aber auch Vertreter einzelner Kommunen erarbeiten in den zahlreichen Arbeitskreisen des Fördervereins wertvolle Ideen und Konzepte, die in die Entwicklung und die Arbeit des Nationalparks einfließen.


Am 9. März 2002 fand die große Auftaktveranstaltung statt, auf der erstmals die Idee des Nationalparks Eifel öffentlich vorgestellt wurde. Schon zu dieser Zeit war das große Interesse in der Bevölkerung, bei offiziellen Stellen und Verbandsvertretern zu verspüren, mit der Einrichtung eines Nationalparks Eifel der Region enormen Auftrieb zu verleihen.
 


Nach der Entscheidung der Landesregierung, das Projekt Nationalpark Eifel auf den Weg zu bringen, begannen intensive Arbeiten in den eingerichteten Arbeitskreisen auf der Ebene der Bezirksregierung und in den Verwaltungen wie auch im Förderverein Nationalpark Eifel e.V.
 

Im Verlauf des Jahres 2003 wurde intensiv an der Nationalpark-Verordnung gearbeitet - die "Hausordnung des Nationalparks". In breiten Diskussionenen wurden vielfache Anregungen aus dem Förderverein, den Kommunen, Gremien, aus Vereinen und den Verbänden aufgenommen. Nach öffentlicher Auslegung und behördlichen Abstimmungen verabschiedeten im November 2003 die politischen Gremien und abschließend der Umweltausschuss des Düsseldorfer Landtags einstimmig die Nationalpark-Verordnung.


Am 1. Januar 2004 wurde der Nationalpark Eifel nach nur zwei Jahren Vorbereitungszeit Realität. In einem feierlichen Festakt mit viel Prominenz aus Politik, den Naturschutzverbänden sowie aus dem belgischen Nachbarland wurde am 11. Januar 2004 der Nationalpark Eifel  im überfüllten Kurhaussaal der Stadt Schleiden-Gemünd eröffnet. Ein Band aus gesammelten Geschenkbändern wurde aus diesem Anlass in einer Länge von ungefähr 100 km um das Nationalparkgelände herumgelegt. Umweltministerin Bärbel Höhn band schließlich die beiden Enden zusammen und übergab damit symbolisch das "Geschenk" Nationalpark an die Region.

   Forstamt Schleiden


Ausgestattet mit einer verbindlichen Verordnung, einer
Nationalparkverwaltung, die durch das "Nationalparkforstamt Eifel" in Schleiden - Gemünd (Bild oben) ausgeübt wird, und einem aktiven Förderverein Nationalpark Eifel e. V., sind gute Voraussetzungen geschaffen, das Projekt zu einem allgemein anerkannten Erfolg werden zu lassen. Herauszuheben ist die erklärte Einbindung aller Beteiligten, der unmittelbar betroffenen Bürger und Bürgerinnen, in den Entwicklungsprozess und die Ausgestaltung des Nationalparks. Die Eifel und ihre Bewohner haben mit dem Nationalpark Eifel eine einmalige Chance, von sich reden zu machen auf den bundesweiten und auch europäischen Bühnen.

Am 01. Januar 2006 wurde der ehemalige Truppenübungsplatz Vogelsang seiner zivilen Folgenutzung zugeführt und kann auf den ausgewiesenen Wegen erwandert werden. Nähere Informationen erhalten Sie hier (Serviceinformationen) sowie unter "Vogelsang" (Vogelsang gestern, heute und morgen).




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